ERINNERUNGSFOTOS VON EINEM HUNDESENIOR - FIGO UND SEINE GESCHICHTE
Gepostet am 05.März.2026
Sieben Jahre im größten Tierheim Europas
Figo verbrachte sieben lange Jahre seines Lebens in Europas größtem Tierheim, der Smeura in Rumänien.
Über 6000 Hunde sind dort untergebracht. Man kann sich also vorstellen, dass die Unterbringung und das Leben der dort lebenden Hunde nicht mit den Standards in unseren Tierheimen vergleichbar sind. Sieben Jahre dort sind eine lange Zeit und sie hinterlassen ihre Spuren. Umso schöner ist es, wenn Hunde von dort endlich ein richtiges, liebevolles Zuhause finden.
Figo hatte dieses Glück. Er fand sein Zuhause bei Anka - und hatte mit ihr wirklich den Sechser im Lotto gezogen.
Anka schrieb mir, als Figo dreizehneinhalb Jahre alt war und damit schon ein Hundesenior. In letzter Zeit baue er immer mehr ab, erzählte sie mir, und sie wünsche sich noch ein paar schöne Erinnerungsfotos von ihm. Ob ich Zeit hätte?
Na klar. Gerade für Fotoshootings mit Hundesenioren nehme ich mir selbst in der Hauptsaison mit dem vollsten Kalender immer Zeit.
Ein ganz besonderer Hund
Figo ist, auch aufgrund seiner Vergangenheit, ein sehr ängstlicher und sensibler Hund. In seinem sicheren Zuhause fühlt er sich wohl, und wenn man ihm Zeit gibt, fasst er auch Vertrauen zu neuen Zweibeinern. Draußen ist er allerdings ein ganz anderer Hund: viel vorsichtiger, viel schneller verunsichert.
Die Fotos sollten ihn deshalb so zeigen, wie sein Frauchen ihn die meiste Zeit des Tages erlebt: entspannt und zufrieden in seinem Zuhause. Wir beschlossen also, dass ich die beiden in ihrer Wohnung besuchen würde.
Als ich dort ankam, dauerte es keine Minute, bis ich Figo ins Herz geschlossen hatte.
Es gibt diese Hunde, bei deren Anblick einem sofort ganz warm ums Herz wird. Hunde, bei denen man spürt, dass man eine ganz besondere Seele vor sich hat.
Figo war so ein Hund, sein Blick traf mich wirklich mitten ins Herz.
Als Anka mir erzählte, wie er zu ihr gekommen war, wie lang der Weg gewesen war, ihm zu zeigen, dass er ihr vertrauen kann, und wie viel Zeit und Liebe sie diesem wundervollen Hund gewidmet hatte, bis die beiden schließlich diese tiefe Verbindung zueinander aufgebaut hatten - da musste ich selbst ein wenig die Tränen zurückhalten.
Manchmal sucht man sich eben nicht - aber man findet sich trotzdem.
Und Figo und Anka haben einander ganz eindeutig gefunden. Es war wunderschön für mich zu sehen, mit wie viel ruhiger Gewissheit Figo sich ihr anvertraute.
Am Ende meines Besuches war für Figo dann Gassizeit. Also ging ich einfach noch ein Stück mit und hielt unterwegs ganz ungezwungen noch ein paar weitere Momente fest. Es war nur eine kleine Runde und Figo durfte draußen, wie immer, einfach das tun, womit er sich wohlfühlte.
Erinnerungen, die bleiben
Zwei Wochen nach unserem Fotoshooting bekam ich eine Nachricht von Anka.
Figo war über die Regenbogenbrücke gegangen, eine Nachricht die zwar nicht überraschend kam, aber dennoch ein Schock war und mich unendlich traurig machte.
Obwohl ich Figo nur kurz kennenlernen durfte, war er einer dieser Hunde, die einem sofort ans Herz wachsen. Umso dankbarer bin ich, dass Anka sich noch rechtzeitig bei mir gemeldet hatte und wir so schnell einen Termin finden konnten. So konnten noch diese Erinnerungen entstehen – genau so, wie sie ihn am liebsten in Erinnerung behalten möchte.
Natürlich bleibt Figo für immer in Ankas Herzen. Und sicher auch in den Herzen vieler Menschen, die ihn kennenlernen durften. Auch ich werde mich immer gern an diesen besonderen Hund erinnern und auch an sein Frauchen, das ihm ein so schönes zu Hause nach vielen schweren Jahren gegeben hat.
In Ankas Wohnzimmer hängt inzwischen eine schöne Galerie mit Bildern aus unserem Shooting. Mein Mann und ich waren gemeinsam noch einmal bei ihr, und er hat die Galerie aufgehängt: bei diesen schönen Holzgalerien mit den verschiedenen Elementen müssen die Löcher schließlich ganz genau sitzen und um ehrlich zu sein: es war auch einfach schön sich noch mal zu sehen. Außerdem hatte Anka in der zwischenzeit (es waren bereits viele Wochen vergangen), wieder einem Hund ein zu Hause geschenkt. Die liebe Scully durfte bei ihr einziehen und hat uns beim anbringen der Galerie aus sicherem Abstand beobachtet. Wie schon Figo, hat auch Scully schon einige unschöne Zeiten hinter sich. Und ich bin mir sicher, wie schon Figo, wird auch Scully bald feststellen, mit Anka das beste Frauchen der Welt gefunden zu haben.
Ich freue mich schon darauf, Scully irgendwann noch mal zu sehen - wenn sie mit mehr Selbstvertrauen und ich wieder mit meiner Kamera ausgestattet bin. :)
Aber jetzt möchte ich euch noch einige Bilder von Figo zeigen, dem kleinen großen Herzensbrecher, der mit seinen großen Augen und dem wuscheligen Fell wirklich jeden verzaubern konnte!