Seelenhund Hundefotos Dresden Kelpie Welpe

Wie ich meinen Seelenhund fand

Eigentlich nutzt man seinen allerersten Blogbeitrag um sich Vorzustellen.
Wenn Du schon ein wenig auf dieser Seite gestöbert hast, dürftest Du das wichtigste über mich ohnehin schon Wissen: ich heiße Maria, komme aus Dresden, bin Fotografin und Hunde“mama“.
Und weil mein Hundekind nicht nur einen riesigen Platz in meinem Leben und meinem Herzen hat, sondern auch ganz maßgeblich dazu beitrug das ich professionelle Hundefotografin wurde und Du nun auf der Suche nach tollen Bildern bei mir gelandet bist, habe ich beschlossen Dir in meinem ersten Blogbeitrag zu erzählen, wie ich zu meinem Seelenhund kam. Oder sie zu mir.

Dieser kleine Maulwurf den Du hier siehst: das ist meine Lilly, mein Seelenhund. Ich habe sie mir nicht ausgesucht, sie hat sich mich nicht ausgesucht – wir sind durch das Schicksal zusammengeführt wurden. Und das Schicksal, es denkt sich schon ziemlich oft etwas bei den Sachen die es so anstellt.

Lilly wurde in Australien geboren, in einem kleinen Ort namens Tallarook in Victoria. Ich lebte zu diesem Zeitpunkt schon fast drei Jahre in Australien und fuhr einige Tage bevor sie zur Welt kam mit einer Freundin, Denise, zu dem Farmer dem ihre Mutter gehörte.
Denise wollte einen Welpen zu sich nehmen und wir hatten gehört das Jodie, die Hündin des Farmers, tragend war. Als wir dort ankamen glaubten wir erst es handele sich um ein Missverständnis. Jodie war so dürr, das wir nicht davon ausgingen, dass sie trächtig sein könnte.

Seelenhund Hundefotos Dresden Kelpie Welpe
Seelenhund Hundefotos Dresden Kelpie Welpe

Doch laut Farmer war dies der Fall und so kamen wir eine Woche später wieder vorbei und fanden Jodie mit ihren 5 Welpen, vier schwarze, ein brauner, vor. Die Hündin war mit einer Kette an ihre Wellblechhütte gebunden, hatte Pechschwarzes Wasser in ihrem Napf und der Farmer hatte nicht einmal mitbekommen das die junge Hündin (ca. 2 Jahre) ihre Welpen ganz allein draußen zur Welt gebracht hatte. Wir waren wütend. Es gab eine große Diskussion und wir wollten die Hunde schon mitnehmen – was der Farmer allerdings nicht zuließ. Wütend und traurig verließen wir den Hof und versprachen wieder zu kommen um nach den Hunden zu sehen, auch wenn der Farmer hoch und heilig schwur er würde sich jetzt um alle kümmern.
Als wir am nächsten Tag wieder hinfuhren, sahen wir nur noch vier Welpen: ein schwarzer Welpe, der es nicht geschafft hatte und bereits Tod war – und drei schwarze Welpen die äußerst schwach waren. Das Wasser im Napf von Jodie war noch immer schwarz und der einzig braune Welpe, war nirgendwo zu sehen. Wir suchten lange nach ihm bis wir traurig eingestehen mussten, das er vielleicht von einem Fuchs oder Raubvogel erwischt wurden war.

Wir befreiten Jodie von ihrer Kette und nahmen sie und die drei schwarzen Welpen, ein Rüde und zwei Hündinnen, mit ins Auto. Der Farmer war nicht da und uns war egal ob er uns anzeigen würde. Die Welpen und Jodie, welche uns blind vertraute, waren im Fußraum der Rückbank untergebracht und Denise startete den Motor…

Lilly in Australien

Zwei von Lillys drei Geschwistern

Lilly in Australien

Lilly, wenige Tage jung

Lilly in Australien

Lilly, drei Wochen und drei Tage

Lilly in Australien

Lilly mit sieben Wochen

Ich kann wirklich nicht erklären warum, aber mir wurde richtig übel als der Motor startete. Ich musste an den braunen Welpen denken. Was wenn er doch noch irgendwo da war? Wenn wir nicht richtig gesucht hatten? Ich bat Denise noch kurz zu warten, auch wenn wir beide angespannt waren da wir nicht wussten ob der Farmer nicht vielleicht jeden Moment zurück sein könnte.
Ich stieg aus und ging zurück zur Hundehütte, ich suchte noch einmal überall, durchwühlte die Blätter, nahm das komplette Innenleben der Hütte auseinander, aber nichts.

Um mich herum war es recht still, es ging kaum Wind und nur die Kakadus in den umliegenden Bäumen waren zu hören. Als ich mich umdrehte um zum Auto zurück zu gehen hörte ich es: ein kleines fiepen. Ich war nicht sicher ob es ein Vogel war, aber ich bekam Herzklopfen und stand völlig starr da und lauschte und hoffte ich würde es noch mal hören. Es war Still und ich wartete, bestimmt keine Minute aber gefühlt eine halbe Ewigkeit, dann hörte ich es wieder. Diesmal konnte ich die Richtung ausmachen und ging langsam in Richtung des Zaunes, der das Grundstück abschloss. Er war nur ca. 5 Schritte entfernt. Dort, direkt hinter einem Pfosten, lag der kleine braune Welpe.
Du kannst mir glauben – ich konnte nicht mehr. Meine Hände zitterten so stark, es ist ein Wunder das ich das kleine Würmchen überhaupt hochheben konnte. Als ich mit dem schwachen Welpen in der Hand zum Auto lief schüttelte es mich regelrecht, so sehr war ich am Heulen. Als Denise sah, dass ich den braunen Welpen hatte, fing auch sie an zu weinen. Wir saßen bestimmt 10 Minuten heulend im Auto – die Gewissheit das wir dieses kleine Leben fast zurück gelassen und somit zum Tode verurteilt hätten, war ein Schock.
Und so kam ich zu Lilly. So kam Lilly zu mir. Es war keine Entscheidung, die einer von uns getroffen hätte. Es war das Schicksal das uns zusammen brachte.

Lilly und ich

Lilly und ich in der Wohnung meiner Eltern, nach unserer 38 Stündigen Reise von Australien zurück nach Dresden.